IGing,
das Buch der Wandlung

Das I Ging oder das “Buch der Wandlungen” ist eine Sammlung von Strichzeichen und zugeordneten Sprüchen. Es ist der älteste der klassischen chinesischen Texte. Seine legendäre Entstehungsgeschichte wird traditionell bis in das 3. Jahrtausend v. Chr. zurückgeführt. Das Werk ist im Chinesischen allgemein auch als Zhouyi bekannt.

Yì Jīng ist die Schreibweise in Pinyin-Umschrift, die seit 1982 als internationaler Standard anerkannt ist. Die Schreibweise I Ging ist die Umschrift die Richard Wilhelm in seiner Übersetzung verwendet hat. Weitere mögliche historische Schreibweisen sind z. B. nach: Wade-Giles: I-Ching, EFEO: Yi-King, Stange: Yi-King.

Richard Wilhelm

Die für die weltweite Rezeption entscheidende Übersetzung von Richard Wilhelm wurde 1950 von Cary F. Baynes unter dem Titel I Ching ins Englische übertragen und veröffentlicht. Wegen der in der China-Forschung anerkannten Qualität der Übersetzung und wegen ihres auch unter Laien großen Erfolgs wurde diese Übersetzung noch in weiteren europäischen Sprachen publiziert.

Zhōu Yì

Die älteste Schicht des Buches heißt Zhōu Yì. Das Zhōu Yì besteht aus 64 Gruppen von je sechs durchgehenden oder unterbrochenen Linien. Die Gruppen werden auch Hexagramme genannt. In der konventionellen Anordnung ist das Zhōu Yì in zwei Bücher eingeteilt, deren erstes die ersten dreißig Hexagramme enthält und das zweite die Zeichen 31 bis 64. Jedes Hexagramm wird nach einem einheitlichen Schema dargestellt: Einer Abbildung, dem Namen, einem Spruch samt kurzer Erklärung sowie einer Erklärung jedes einzelnen Strichs.

Zehn Flügel

Zusätzlich enthält das Buch seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. eine Reihe von angehängten Texten, die die Zehn Flügel oder auch „Kommentar zum Yì“ heißen und aus zehn Dokumenten in sieben Abteilungen bestehen. Sie wurden traditionell Konfuzius zugeschrieben. Heute geht man davon aus, dass es sich um Kommentare seiner Nachfolger handelt. In manchen späteren Ausgaben sind die ersten beiden Kommentare aufgeteilt und direkt den einzelnen Zeichen zugeordnet worden.

Ursprünglich stammen die Zeichen des Orakelteiles aus der chinesischen Orakel-Praxis, näherhin dem Schafgarbenorakel, die Sprüche hingegen aus der Spruchtradition und der Ritualpraxis. In der gelehrten Rezeption seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. existierten zwei Deutungstraditionen: Die erste betrachtete das Werk als ein Handbuch der Divination (z. B. Liu Mu und Shao Yong).

Die philosophische Deutung

Die andere bemühte sich um eine philosophische Deutung (z. B. Zheng Xuan, Wang Bi, Han Kangbo) und machte das Buch als Quelle kosmologischer, philosophischer und politischer Einsichten zum Gegenstand eindringlicher philosophischer Kommentierung. Die volkstümliche Benutzung des Zhōu Yì als Orakelbuch kam aber nie außer Gebrauch und das Verständnis des Textes als philosophisches „Weisheitsbuch“ prägte auch die europäische Rezeption.

Quelle: (https://de.wikipedia.org/wiki/I_Ging) überarbeitete Version

Menü
error: Content is protected !!